Was sich im Laufe der Zeit so alles ansammelt...

 

      

 

                 Was sich im Laufe der Zeit so alles ansammelt....

  

 

Das Projekt

 

 

                                  Es begab sich mal zu einer Zeit...... .

                                                                                                             ......als der Micha Langeweile hatte "machte er in Zündapp"

Da Güllepumpen ja nie kaputt gehen bleibt noch Zeit um sich dem einen oder anderen älteren Schätzchen zu widmen und so restaurierte ich mal eine Zündapp.

(zum Nachahmen nicht empfohlen da Suchtpotenzial!)

Alles begann mit den eher beiläufig in den Raum geworfenen und wenig ausssagekräftigen Worten meines Kumpels  Peter B. aus P. dem ich bereits vorher das eine oder andere mal beim restaurieren seiner Zündapps zur Hand gegangen bin " Du, ich hab hier zu viele Zündapps in der Garage stehen, ich brauche Platz, willst du nicht die C 50 Sport mitnehmen und dir fertig machen? Iss nix dolles, hier ma büschn Politur, da ma n büschn Lack und dann strahlt sie wieder ". DAS hätte er nie sagen dürfen, im weiteren Verlauf der Erzählungen wird er dehalb nur noch kurz als "der Schuldige" bezeichnet..

Einmal infiziert vom Zündappvirus (früher selbst stolzer Besitzer von Mopeds dieser Edelschmiede) führte mich die lange Reise auf der Suche nach !ORIGINAL! Ersatzteilen (Schund und Nachbauten gibt es Zuhauf) unter anderem ins Ruhrgebiet, in den Harz und bis nach Holland....wie sagte er noch gleich?"

"..hier unn da ma n büschn......."

Nach der vollständigen Zerlegung und Reinigung aller Teile und der kompletten Neulackierung erwies sich der Zusammenbau als schwierig (der Tank klemmt ;("Hier und da n büschn" sagt der Schuldige ) weil der Rahmen (wohlgemerkt, der neu lackierte) sich als eine Banane erwies, wurde er nun zur Erfüllung des 5Jahres Schrottplanes der Wiederverwertung zugeführt. Nun löste sich die lang gehegte Frage warum denn wohl der aus 5mm extrem starkem und eigentlich unkaputtbarem Aluguss bestehende Hinterbau des Mopeds beim Kauf mittig durchgerissen war...  Also weiter durchs Land auf Teilesuche.

Der daraufhin als Ersatz angeschafft Rahmen gleichen Baujahres (1968) musste dann nur noch lackiert werden (GROLL!) eben noch ein paar original Beinschilde (zwischenzeitlich besorgt) mitlackieren und dann klappte alles wie am Schürchen. Nur noch eben Motor aufmachen, alle Wellen raus, Anlauf und Distanzscheiben auf Werksspiel einbauen, Motor rinn, Probefahrt, nächsten Motor aufmachen, wieder alle Scheiben auf Werksspiel einbauen (muss beim ersten mal wohl zuviel Angst im Spiel gewesen sein), Motorwechsel und schon stand sie da wie ich sie mir vorgestellt habe.Original! bis auf..........

Wer von euch schonmal versucht hat graue Bowdenzüge und graue Durchführungsgummis zu besorgen weiss das es sowas garnicht mehr gibt. Aber das Ziel war Original, das lässt in der Definition keinen Spielraum. Von einer tadellosen Sitzbank die preislich genausogut auch von einem Juwelier hätte kommen können ganz zu schweigen, aber auch das ist nun Geschichte und sie steht so da wie sie mal erbaut wurde. Selbst alle Schrauben sind zeitgenössisch (wer mal versucht hat 30 Jahre alte Schlitzschrauben ohne sie zu beschädigen zu lösen weiß wovon ich spreche) und hat schon auf regionalen Oldtimertreffen für erstaunte Blicke gesorgt.

  

              

 meine C 50 Sport Typ 517 

                                           

 

 Typisch Mopedfreak:

  

Es empfiehlt sich immer etwas Zündapp im Haus zu haben...Regal eins und zwei

  

Zündappregal zwei, deutlich sichtbar das Schätzchen : Der KS 50 Motor mit dem charakteristischen Fächer-Zylinderkopf

  

C 50 Sport und C 50 Super stecken "unter einer Decke" Gruppenkuscheln in der Mopedgarage

 

Es gibt noch weitere Zündapp-Projekte die vorrübergehend noch auf Eis liegen. So z.B. eine C 50 Super Bauj.1968 eine KS 50 , auch Typ 517 (das Kleinkraftrad mit der enormen Power von 6,25 PS ) in Teilen und eine Supercombinette Bauj.1958, die zwar bereits komplett und lauffähig vorhanden sind, aber noch (wie sagte er noch gleich?) "n büschn Politur hier und n büschn Lack dort " brauchen..

Hier Beispielbilder der drei Schätzchen:

   

Superkombinette                                           C50 Super                                              KS 50

 


 

 

  Das Projekt 

Die " polnische Harley "

Alles fing an mit den eher beiläufig und nichtssagend in den Raum geworfenen Worten meines Kumpels Christof W.aus N.a.Rbge. .."als ich noch ein Kind war gab es in Polen ein 4 Takt getriebenes Motorrad aus heimischer fertigung, die kriegste Heut´ bestimmt hinterher geworfen" .....lach

Auch dazu gibt es einen harmlosen Anfang und eine schier endlose Suche nach original Ersatzteilen die mich mehrmals bis an die Russische und Tschechische Grenze führte und meine Garage dazu führte einzusehen das sie eindeutig zu klein ist. Dazu aber später mehr.

Ein wenig Einführung in die Geschichte der Junak:

Die SFM ( Stettiner Motorrad Fabrik) im Polnischen Stettin gingen aus den Stöwer Werken hervor. Dort wurden zeitgleich Motorräder der Marke Junak und Trecker der Marke Ursus produziert. SFM bauten von 1956 bis 1964 ca. 95000 Stück 350ccm Viertaktgetriebene Junaks die sogar in die halbe Welt exportiert wurden, so z.B. nach England, Türkei, Finnland, Bulgarien, Ungarn, Italien und gar nach Australien, Ägypten, Iran, Kuba, Venezuela, Uruguay, Lybien, Syrien und die USA..Sie nahmen von 1958 bis 1962 sehr erfolgreich an  Internationalen Sechstagerennen und Ralleys in Österreich, Deutschland und England teil und räumten dort mehrere Siege ab, unter anderem Anfang der sechziger Jahre drei Weltmeistertitel.

Die gemeine Junak an sich war eine fast eins zu eins Kopie der Englischen Triumph Modelle, was nicht nur optisch sondern sich auch technisch fort führte, bis hin zur positiven Massse und Schrauben in Zoll und Inch und halbe Elle...

Der Motor selbst wurde von ZSM in Lodz gebaut und war eine Einzylindrige Eigenentwicklung in Anlehnung an den Motor der Sokol, einer Polnischen Vorkriegsmaschine, jedoch konnte man im Internen Aufbau sehr stark Nortons "Handschrift" erkennen.

Aufgrund des schnell grössser werdendem Wunsches nach "Volksmotorisierung" gingen die Verkaufszahlen der Junaks stark zurück,da der aufwändig herzustellende Viertakter im Verkauf deutlich teurer war als die Zweitaktermodelle aus den sozialistischen Bruderländern ( Umgerechnet kostete die Junak 10 Jahresgehälter eines Arbeiters ! ) und der Zeitgeist ja dann auch nach vierrädrigen Fortbewegungsmitteln verlangte.

Nach Produktionsende 1964 wurden aus Ersatzteilen und "auf Halde produzierten" Teilen noch bis 1965 die eine oder andere Junak zusammen gebaut und dem Handel zugeführt (ich hab selbst einen Rahmen "Bauj.1965" ).Die SFM-Werke selbst heissen seit 1967 POLMO und bauten fortan nur noch Achs und Lenkungs-Teile für LKWs und noch Heute sind sie ein Weltweit bekannter Hersteller für LKW und Bus Hinterachsen .Im Stammwerk in Stettin gibt es ein kleines "Museum" zu sehen, das ist ein Raum mit Zeitgenössischen Dokumenten, vielen Medallien und Pokalen. einer M 7 und einer M 10 als Schnittmodell.

           

M7 im SFM Museum in Stettin

Bei meinen Recherchen begegnet mir ab und an die Begrifffe M7R (ein Rennableger) sowie M7C (eine Crossversion) und B20, B21 ( ein Lastendreirad), gesehen hab ich die aber nie (die M7C ist in einem Werbeprospekt abgebildet,siehe weiter unten). Sie müssen sehr selten sein. Auch sah ich Bilder einer Junak mit Zweizylinder-Twin Namens "ISKRA"(M14), aber die Firmengeschichte sagt dazu das es sich hierbei um einen Prototypen handelt, also nie verkauft wurden. Nach Produktionsende der Junak entwarf die Entwicklungsabteilung der SFA noch zwei Kleinwagen Namens "SMYK" (20 Stück gebaut, Einstieg von vorne wie bei der Isetta, zum Rückwärtsfahren wurde nur ein Vorgelege umgelegt, sodass man mit den 4 Vorwärtsgängen dann auch 4 Rückwärtsgänge hatte...) und "GRYFIA" (B23, ein Dreirädriger Kleinwagen), beide mit dem Junakmotor. Es gibt keine Angaben über Stückzahlen.Alle diese Gefährte wohlgemerkt mit exakt der gleichen Technik, dem gleichen Motor (Iskakra ausgenommen)-

                                            

Junak M 7 C                                               Junak B 20                                   Junak B21                                      Junak Iskra (Prototyp)

 

Hier Bilder des SMYK, er hätte gut in die Zeit gepasst:

 

 

 

 

Junak GRYFIA

 

 

                  

 

 

Laut Firmengeschichte eigentlich nur nur ein Prototyp.........der B23 in 3 Varianten, in der ersten Variante ist noch klar das Moped zu erkennen.

 

 

   

Junak B20 und B21

 

 

Junak M13                                       -                                 und M14 Iskra

 

M14

Je mehr ich mich in die Geschichte der Junak vertiefte, desto dringlicher wurde der Wunsch eine der raren M 7 zu restaurieren , eine der letzten M 7 sollte es sein, oder eine der ersten M10, Das sogenannte "Übergangsmodell", die sich gleichen wie Zwillinge, allein die unterschiedlichen Kotflügelformen zeigen Optisch auf den ersten Blick den Unterschied. Aber !Original!. Das Baujahr unbedingt VOR 1960 passt auch zum ausgesuchten Modell, der Vorteil bei diesen Baujahren ist, das man sie in Good Old Germany so fahren darf wie sie gebaut wurden, also keine Phonbegrenzung, keine Blinker, Bremslicht nur für die Fussbremse vorgeschrieben (die benutzt eh keiner ) keine Mindestbremskraft ( ist bei 50 Jahre alten Trommelbremsen auch gut so ) Was soll ich sagen? Nun steht sie in meiner Mopedgarage  

 Guckst du hier:

  

der erste kontakt zu einer Junak war ein altes zerknittertes Bild...DAS also sollte sie nun sein...

  

     

..viele Hundert Kilometer weiter in Allenstein stand sie nun....in einem Keller! Eine Junak M 10 Bauj. 1962 mit dem dazugehörige Beiwagen (WB03) an der Wand gelehnt,

alles im leidlichen Zustand aber augenscheinlich komplett...

   

...nun war sie also im Neustadter Land angekommen, "das sollte also nun ihre neue Heimat sein?" Sie guckt noch ein wenig skeptisch, zu Recht wie sich später herausstellte,"Du sollst keine Junak haben neben mir" gilt hier nämlich nicht :-) 

  

...erstmal auseinander bauen und gucken auf was man sich da eingelassen hat, dann Nachforschungen anstellen WAS denn eigentlich "ORIGINAL" ist. Bei diesen Recherchen stosse ich auf eine Junak M 7, ein Modell das es in Polen eigentlich garnicht mehr im Original gibt, da die meissten Teile der M 10 passen und damals akuter Ersatzteilmangel herrschte wurde um und angebaut was das Zeug hält. Von Drehstromlichtmachinen, Scheibenbremsen vorne (sogar Zweischeibenanlage mit zwei Vierkolben-Bremssätteln habe ich gesehen, einen Kolben für Vorwärts kommen, aber acht Kolben zum Abbremsen....tztztz )  mit Harley Tank, gereckte Gabelbrücken, Keihin Gleichdruckvergaser ect. habe ich alles gesehen was man sich nur vorstellen kann.In Polen wird ein M 7 Teil oftmals garnicht als ein solches erkannt, da wie bereits erwähnt fast alles untereinander austauschbar ist und es ab Werk auch "przejsciowkas"gab, also Übergangsmodelle mit Merkmalen beider Baureihen.

 Wenn du mal sehen willst was genau ich meine, klickst du mal  hier.(sehenswert!) und glaubt mir genau SO habe ich sie dort vorgefunden. ein Eldorado für die polnischen Ludolfs.... Bei den allermeisten der eh schon raren "Überlebenden" der Junaks ist das Wiederherstellen des Originalzustandes unmöglich, da total verbastelt. Dann schon lieber aus originalem Schrott, dick behaftet mit über Jahrzehnte gereiftem Edelschimmel eine Reproduktion wagen. 

  

                     Eine der ersten Fahrten auf Ersatzteilsuche,unter den drei Rahmen ist schon deutlich der Schatz zu erkennen, ein M 7 Rahmen! Bauj.1959.

   

wieder eine von vielen Fahrten Quer durch Polen, diesmal ist als Glücksfang ein original M 7 Motor dabei                                  Motor im Schnitt

 

altes Mädel beim Lenkkopflager, Gabelsimmerring und Hinterrad erneuern in trauter Eintracht mit Junak eins  bis drei..

  

alle Chromteile sind noch im Land ihrer Entstehung, derweil sind die Sandstrahler, der  Lackierer und  Kunststoffbeschichter mit den Blechteilen beschäftigt..

 

Das Ergebnis überzeugt, die Farbgebinde sind leer, mein Portemonaie nun auch,

 

erstmal das extra für dieses Projekt gestaltete Sparschwein füttern  

 

.....auch der Polnische Verchromer war nicht untätig, alle Chromeile erstrahlen wieder im alten Glanz, den Motor hab ich derweil selbst in die Mangel genommen......

( Kolben passt Nagelneu vom Polonez, Kolbenringe werden auf Mass in Holland produziert, Zylinder nur gaaaaanz leicht angehohnt , der Rest war noch Tadellos )

 

 

..also gehts ans Zusammenbauen.

 

 

 

  

und probefahren..Sie lüppt!

 

..man muss Prioritäten setzen! Die Frau ist weg, die Junak ist da...

   

Fahrfähige Junak M7 Bauj.1959, vorerst noch mit den Kotflügeln des Übergangsmodells, da mir der hintere M7 Kotflügel noch fehlt. Viele Teile sind mehrfach  vorhanden. Nun muss nur noch der Tank liniert werden und die Tachowelle fehlt noch ( Tachowellenantrieb ist hinten! ), aber da passt ein edles Exemplar vom Mercedes W 115, auch bekannt als "Strichachter". 

 

Wer bis hier her gelesen hat...........

..herzlichen Glückwunsch! Aus Platztechnischen Gründen (in meiner Mopedgarage ist viel zu wenig Platz, in meinem Portemonaie ist viel zu viel Platz)musste ich mich von

meiner letzten Junak nun auch trennen. Ich habe sie in liebevolle Hände gegeben und sie wird auch wieder auf Deutschlands Straßen fahren..

 

    

 Junak M 10 in Aktion guckst du mal hier: 

  

 Hier habe ich noch ein Video eines "Kompressionsmessfreaks" gefunden. Er fährt zu Anfang des Clips eine originale M7, die bis auf den Gepäckträger wohl SO vom Band lief.  Auch im weiteren Verlauf des Clips sieht man viele Schätzchen (M7 und M10),  in diesem Zustand habe ich Junaks in Polen leider überhaupt garnicht gesehen, Die werden dort wohl gut weggeschlossen .

 

Hier habe ich noch ein Werbeprospekt der nun POLMO heissenden Werke, das ich mal von einer Messe in Frankfurt mitgebracht habe. Dort hatte die Polmo AG einen Stand und die Leute dort waren stolz das es im fernen Niemcy  jemanden gab der die Junak noch kannte.

 

Der Deckel dieser Broschüre ist  aufwändig im Prägedruck gestaltetet und sieht sehr Edel aus, auch innen wirkt es Dank eingefügter Pergaminseiten sehr hochwertig.

Schaut mal:

  

 

 

 

 

 

 

Achtung....

 

..es tauchen seit August 2010 vermehrt Videos im Netz auf die ein Modell Namens "Junak M16 Raptor Daytona" zeigen, ein Paralleltwin mit 350 ccm.

Dem hörensagen nach käuflich zu erwerben für ca.12.900 Zloty........sollten die etwa........?

Schau mal hier:

    :

P.S.  Ja sie verkaufen wieder... schaut mal hier, hier und hier oder auch hier.

 

 

 

In eigener Sache :

 

In zwei Videos sah ich Junaks mit V2 Motoren, die Firmengeschichte sagt dazu überhaupt, ganz, garnichts! Schaut mal:

Vielleicht weiss ja da jemand mehr, ruhig mal bei mir melden.

 

 

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